Einfacher Häkelmantel für Anfänger Langer Cardigan mit Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kostenlose Häkelanleitung: Langer Struktur-Cardigan

Diese eigenständige Häkelanleitung beschreibt einen offenen, langen Häkelmantel mit geraden Ärmeln, aufgesetzten Taschen und breiten Vorderkanten. Die Teile werden in Reihen gehäkelt und anschließend zusammengenäht. Die angegebenen Maße und Maschenzahlen sind Vorschläge für eine tragbare Basisgröße und sollten anhand deiner Maschenprobe überprüft werden.

Projektübersicht und fertige Maße

Angabe Empfehlung
Schwierigkeitsgrad Fortgeschrittene Anfänger
Fertige Brustweite 48 Zoll (122 cm), am offenen Kleidungsstück gemessen als Umfang der Körperpartie
Rückenbreite 24 Zoll (61 cm)
Länge ab Schulter 42 Zoll (107 cm)
Ärmellänge ab Schulter Ungefähr 27 Zoll (69 cm), einschließlich der Schulterpartie
Garn Worsted Weight, Kategorie 4, weich und formstabil
Garnmenge Ungefähr 2.200 bis 2.800 Yards (2.012 bis 2.560 m)
Häkelnadel 5,5 mm, US I-9; gegebenenfalls nach Maschenprobe anpassen
Maschenprobe 12 hdc und 10 Reihen = 4 × 4 Zoll (10 × 10 cm)
Arbeitsweise Hin- und Rückreihen, einzelne Teile, anschließend zusammennähen

Wichtig zur Größe: Die Brustweite von 48 Zoll (122 cm) ist ein ungefähres fertiges Kleidungsstückmaß, kein Körpermaß. Die Anleitung eignet sich als Ausgangspunkt für einen lockeren Sitz. Miss vor dem Start deine eigene Brustweite und berücksichtige die gewünschte Mehrweite. Das Gewicht des Garns und die tatsächliche Maschenprobe können die endgültigen Maße beeinflussen.

Materialien und Zubehör

  • 2.200 bis 2.800 Yards (2.012 bis 2.560 m) Worsted-Weight-Garn, abhängig von Größe, Lauflänge und gewünschter Mantellänge
  • Häkelnadel 5,5 mm, US I-9
  • Optional eine zweite Häkelnadel für eine abweichende Maschenprobe
  • Maschenmarkierer zum Kennzeichnen von Nähten und Armausschnitten
  • Maßband und Maschenzählhilfe
  • Wollnadel mit stumpfer Spitze zum Zusammennähen und Vernähen der Fäden
  • Schere und rostfreie Stecknadeln zum Fixieren der Teile
  • Optional ein Handtuch oder eine geeignete Unterlage zum Spannen

US-Häkelterminologie und Abkürzungen

In der gesamten Anleitung wird ausschließlich die US-amerikanische Häkelterminologie verwendet. Die Luftmaschenkette am Anfang einer Reihe dient dem Höhenausgleich und zählt nicht als Masche. Wendeluftmaschen werden ebenfalls nicht mitgezählt. Kettmaschen dienen hier nur zum Befestigen oder Verbinden und zählen nicht zur Maschenzahl.

  • ch: chain, Luftmasche
  • sc: single crochet, feste Masche
  • hdc: half double crochet, halbes Stäbchen
  • sl st: slip stitch, Kettmasche
  • st: stitch, Masche
  • sts: stitches, Maschen
  • rep: repeat, wiederholen
  • RS: right side, Vorderseite der Arbeit
  • WS: wrong side, Rückseite der Arbeit

Maschenprobe anfertigen

  1. Schlage 18 ch mit der empfohlenen Häkelnadel an.
  2. Reihe 1: Häkle 1 hdc in die dritte ch von der Nadel und anschließend 1 hdc in jede verbleibende ch. Du erhältst 16 hdc.
  3. Reihe 2: Häkle 2 ch, wende und arbeite 1 hdc in jede Masche. Die 2 ch zählen nicht als Masche. Es bleiben 16 hdc.
  4. Wiederhole Reihe 2, bis das Probestück mindestens 4 Zoll (10 cm) hoch ist.
  5. Lege das Probestück flach hin und miss die Maschen und Reihen innerhalb eines Bereichs von 4 × 4 Zoll (10 × 10 cm), möglichst nach der vorgesehenen Pflege.

Das Ziel sind 12 hdc und 10 Reihen auf 4 Zoll (10 cm). Hast du mehr Maschen auf derselben Breite, verwende eine größere Nadel. Hast du weniger Maschen, probiere eine kleinere Nadel. Passe die Nadel an, bevor du die großen Teile häkelst.

Besondere Maschen und Konstruktion

Die Hauptmasche ist das halbe Stäbchen. Lege den Faden um die Nadel, stich in die angegebene Masche ein und hole den Faden durch die Arbeit. Lege den Faden erneut um die Nadel und ziehe ihn durch alle drei Schlaufen auf der Nadel. Damit ist das hdc abgeschlossen.

Die festen Maschen werden für die Taschen und die Kanten eingesetzt. Stich in die angegebene Masche ein, hole den Faden durch die Arbeit, lege den Faden erneut um die Nadel und ziehe ihn durch beide Schlaufen. Jede feste Masche ergibt eine neue Masche.

Der Körper wird aus einem Rückenteil und zwei Vorderteilen aufgebaut. Die Ärmel und Taschen werden separat gearbeitet. Alle Teile entstehen in Reihen, nicht in geschlossenen Runden oder fortlaufenden Spiralrunden.

Teil 1: Rückenteil häkeln

Das Rückenteil ist ein langes Rechteck mit ungefähr 24 Zoll (61 cm) Breite und 42 Zoll (107 cm) Länge.

  1. Beginn: Schlage 73 ch an.
  2. Reihe 1 (RS): Häkle 1 hdc in die dritte ch von der Nadel und 1 hdc in jede weitere ch. Du erhältst 71 hdc.
  3. Reihe 2 (WS): Häkle 2 ch, wende und arbeite 1 hdc in jede Masche. Die Wendeluftmaschen zählen nicht. Du erhältst 71 hdc.
  4. Reihen 3 bis 105: Wiederhole Reihe 2, wende nach jeder Reihe und arbeite immer 71 hdc.
  5. Abschluss: Beende die Arbeit nach Reihe 105. Die Länge sollte bei der angegebenen Maschenprobe ungefähr 42 Zoll (107 cm) betragen.

Wenn dein Rückenteil bei 105 Reihen deutlich kürzer oder länger ausfällt, richte dich nach dem gemessenen Maß. Für eine andere Mantellänge kannst du zusätzliche Reihen häkeln oder Reihen weglassen. Beende den Faden und lasse ein ausreichend langes Ende, falls du es zum Zusammennähen verwenden möchtest.

Teil 2: Zwei Vorderteile häkeln

Die beiden Vorderteile haben jeweils ungefähr 12 Zoll (30,5 cm) Breite und dieselbe Länge wie das Rückenteil. Sie werden spiegelbildlich zusammengesetzt, müssen aber nicht unterschiedlich gehäkelt werden.

  1. Beginn: Schlage für das erste Vorderteil 37 ch an.
  2. Reihe 1 (RS): Häkle 1 hdc in die dritte ch von der Nadel und 1 hdc in jede weitere ch. Du erhältst 35 hdc.
  3. Reihe 2 (WS): Häkle 2 ch, wende und arbeite 1 hdc in jede Masche. Es bleiben 35 hdc.
  4. Reihen 3 bis 105: Wiederhole Reihe 2. Am Ende jeder Reihe müssen 35 hdc vorhanden sein.
  5. Zweites Vorderteil: Wiederhole die Schritte 1 bis 4, damit ein zweites, gleich großes Rechteck entsteht.
  6. Abschluss: Beende beide Teile nach Reihe 105 und kontrolliere, ob ihre Länge mit der des Rückenteils übereinstimmt.

Lege die Vorderteile neben das Rückenteil. Die beiden Vorderteile bilden zusammen mit dem Rückenteil die gesamte Körperbreite. Die Vorderkanten bleiben offen. Der Cardigan erhält später durch die Randmaschen zusätzliche Stabilität.

Teil 3: Ärmel häkeln

Für einen geraden, locker sitzenden Ärmel häkelst du zwei identische Rechtecke. Jedes Rechteck ist ungefähr 18 Zoll (46 cm) breit und 19 Zoll (48 cm) lang. Nach dem Zusammennähen entsteht daraus ein Schlauch. Die obere Ärmelkante wird in den jeweiligen Armausschnitt eingesetzt.

  1. Beginn: Schlage 55 ch an.
  2. Reihe 1 (RS): Häkle 1 hdc in die dritte ch von der Nadel und 1 hdc in jede weitere ch. Du erhältst 53 hdc.
  3. Reihe 2 (WS): Häkle 2 ch, wende und arbeite 1 hdc in jede Masche. Es bleiben 53 hdc.
  4. Reihen 3 bis 48: Wiederhole Reihe 2, bis der Ärmel ungefähr 19 Zoll (48 cm) lang ist.
  5. Abschluss: Beende den Faden nach Reihe 48. Arbeite den zweiten Ärmel genauso.

Die tatsächliche Ärmelweite hängt von der Maschenprobe ab. Probiere die Breite an deinem Arm aus und beachte, dass die lange Kante nach dem Zusammennähen den Ärmelumfang bildet. Wenn du einen schmaleren Ärmel bevorzugst, kannst du die Anschlagkette verkürzen. Für einen weiteren Ärmel ergänzt du Maschen, bis die gewünschte Breite erreicht ist.

Teil 4: Zwei aufgesetzte Taschen häkeln

Die Taschen sind kompakte Rechtecke aus festen Maschen. Sie bieten Platz für kleine Gegenstände und unterbrechen die große Fläche des Cardigans mit einem funktionalen Detail.

  1. Beginn: Schlage 21 ch an.
  2. Reihe 1: Häkle 1 sc in die zweite ch von der Nadel und 1 sc in jede verbleibende ch. Du erhältst 20 sc.
  3. Reihe 2: Häkle 1 ch, wende und arbeite 1 sc in jede Masche. Die Luftmasche zählt nicht als Masche. Du erhältst 20 sc.
  4. Reihen 3 bis 16: Wiederhole Reihe 2. Du erhältst ein Rechteck von ungefähr 6,5 Zoll (16,5 cm) Breite und 6 Zoll (15 cm) Höhe.
  5. Abschluss: Beende den Faden und lasse ein langes Ende zum Annähen.
  6. Zweite Tasche: Wiederhole alle Schritte für die zweite Tasche.

Für einen stabilen Taschenrand kannst du anschließend eine Runde beziehungsweise eine umlaufende Reihe aus festen Maschen um die Kanten arbeiten. Stich an den Seiten möglichst gleichmäßig ein und verteile die Maschen an den Ecken so, dass sich der Stoff nicht wellt. Schließe diese Umrandung mit einer Kettmasche in die erste feste Masche und beende den Faden.

Teil 5: Schulternähte und Seiten zusammensetzen

Bevor du nähst, lege alle Körperteile mit der Vorderseite nach oben auf eine ebene Fläche. Achte darauf, dass die Unterkanten auf einer Linie liegen und die Vorderteile nicht verdreht sind.

  1. Schultern markieren: Lege die beiden Vorderteile rechts auf rechts auf das Rückenteil. Markiere an jeder äußeren Schulterkante eine Nahtlänge von ungefähr 8 Zoll (20 cm).
  2. Schultern schließen: Nähe jede Schulter vom äußeren Rand aus über 8 Zoll (20 cm) zusammen. Verwende eine Wollnadel und einen stabilen Matratzenstich oder einen flachen Überwendlichstich. Die verbleibende Öffnung bildet den Halsausschnitt.
  3. Seiten markieren: Lege den Körper flach mit der Vorderseite nach oben. Markiere an beiden Seiten vom unteren Saum aus ungefähr 33 Zoll (84 cm) nach oben. Der verbleibende obere Abschnitt von etwa 9 Zoll (23 cm) dient als Armausschnitt.
  4. Seitennähte schließen: Nähe jede Seitennaht vom unteren Saum bis zur Markierung. Achte darauf, dass Vorder- und Rückenteil an der Unterkante bündig abschließen.
  5. Nahtzugaben: Vernähe die Fadenenden sorgfältig und prüfe, ob die Seitennähte flach liegen.

Die Maße der geraden Ärmel und die Öffnungen für die Arme müssen vor dem endgültigen Nähen miteinander verglichen werden. Da ein gerader Ärmel keine geformte Armkugel hat, wird die obere Ärmelkante gleichmäßig in den Armausschnitt verteilt. Eine kleine Mehrweite lässt sich dabei vorsichtig einhalten. Ziehe den Ärmelstoff nicht stark zusammen.

Teil 6: Ärmel schließen und einsetzen

  1. Ärmelnaht: Falte den ersten Ärmel der Länge nach rechts auf rechts, sodass die langen Kanten aufeinanderliegen.
  2. Naht schließen: Nähe die langen Kanten mit einem flachen Stich zusammen. Wiederhole den Vorgang für den zweiten Ärmel.
  3. Oberkante vorbereiten: Markiere die Mitte der oberen Ärmelkante. Markiere außerdem die Schulternaht des Cardigans.
  4. Ärmel einsetzen: Stecke die Mitte des Ärmels an die Schulternaht und verteile den restlichen Ärmel gleichmäßig rund um den Armausschnitt.
  5. Annähen: Nähe die Ärmelkante sorgfältig fest. Prüfe die Naht von beiden Seiten, bevor du den Faden abschneidest.
  6. Passform prüfen: Ziehe den Cardigan vorsichtig über und kontrolliere, ob die Arme ausreichend Bewegungsfreiheit haben.

Wenn die obere Ärmelkante deutlich länger als der Armausschnitt ist, verteile die zusätzliche Weite gleichmäßig. Ist sie wesentlich kürzer, sollte die Konstruktion vor dem Nähen angepasst werden. Eine gleichmäßige Verbindung sorgt dafür, dass keine störenden Falten entstehen.

Teil 7: Breite Vorderkanten und Saum arbeiten

Die Vorderkanten verleihen dem langen Häkelmantel einen klaren Rahmen. Verwende dafür feste Maschen, damit die offene Vorderseite stabil bleibt.

  1. Beginne am unteren Ende einer Vorderkante und befestige den Faden mit einer Kettmasche.
  2. Häkle 1 ch und arbeite feste Maschen gleichmäßig entlang der Vorderkante bis zum Halsausschnitt.
  3. Arbeite über die Rückseite des Halsausschnitts weiter und häkle feste Maschen entlang der oberen Kante, sofern du eine durchgehende Umrandung bevorzugst.
  4. Führe die Umrandung an der zweiten Vorderkante nach unten fort.
  5. Häkle am unteren Saum eine Reihe fester Maschen entlang der gesamten Körperkante.
  6. Arbeite bei Bedarf eine zweite Reihe fester Maschen für eine breitere und festere Einfassung.
  7. Schließe jede durchgehende Umrandung mit einer Kettmasche in die erste feste Masche. Beende den Faden und vernähe ihn.

Die Anzahl der Randmaschen hängt von der Höhe deiner Reihen ab. Verteile die festen Maschen so, dass sich die Vorderkante weder zusammenzieht noch ausstellt. An Ecken kannst du zwei feste Maschen in denselben Einstichpunkt arbeiten, wenn der Stoff dort spannt. Wenn die Kante wellig wird, verteile die Maschen etwas sparsamer.

Teil 8: Taschen annähen und Fäden vernähen

  1. Lege den fertigen Cardigan flach hin und markiere auf beiden Vorderteilen die Positionen der Taschen.
  2. Platziere jede Tasche ungefähr 5 bis 7 Zoll (13 bis 18 cm) oberhalb des unteren Saums. Passe die Höhe an deine Körpergröße und gewünschte Optik an.
  3. Richte die Taschen so aus, dass sie gleich weit von den Vorderkanten entfernt sind und auf gleicher Höhe sitzen.
  4. Stecke die Taschen fest und nähe beide Seiten sowie die Unterkante mit dem langen Fadenende an. Lasse die obere Kante offen.
  5. Vernähe sämtliche losen Fäden auf der Rückseite der Arbeit. Führe die Wollnadel durch mehrere Maschen, ändere die Richtung und schneide überschüssige Fäden erst danach ab.
  6. Kontrolliere alle Nähte, die Taschenöffnungen und die Vorderkanten. Entferne Stecknadeln und Markierer.

Teil 9: Spannen und in Form bringen

Lege den fertigen Mantel auf eine geeignete Unterlage. Richte den Körper, die Ärmel und die Vorderkanten vorsichtig aus. Verwende nur eine Spannmethode, die für deine Garnfaser geeignet ist. Wolle und empfindliche Mischungen sollten nicht unkontrolliert erhitzt werden. Bei Acrylgarn kann starke Hitze die Fasern dauerhaft verändern.

Lass das Kleidungsstück vollständig trocknen, bevor du es anprobierst oder aufhängst. Wenn du die Form korrigierst, achte besonders auf gleich lange Vorderteile, gerade Säume und gleichmäßig sitzende Taschen. Ein langer Häkelmantel sollte möglichst flach oder auf einem breiten, stabilen Bügel aufbewahrt werden, damit sein Eigengewicht die Schultern nicht unnötig verzieht.

Größenanpassung: Den Häkelmantel auf deine Maße abstimmen

Die Basisanleitung ergibt einen lockeren Mantel. Für eine individuelle Passform solltest du zuerst deinen Brustumfang, die gewünschte Mantellänge, den Oberarmumfang und die Ärmellänge messen. Miss den Brustumfang an der breitesten Stelle und trage dabei die Kleidung, über der du den Cardigan später anziehen möchtest.

Für einen bequemen Sitz ist eine Mehrweite von etwa 4 bis 8 Zoll (10 bis 20 cm) ein sinnvoller Ausgangspunkt. Wenn du den Mantel besonders locker tragen möchtest, kann mehr Mehrweite angenehm sein. Berücksichtige bei der Berechnung, dass die Vorderteile offen hängen und die tatsächliche Überlappung beim Tragen von der gewählten Größe abhängt.

Breite und Länge berechnen

Bei einer Maschenprobe von 12 hdc auf 4 Zoll (10 cm) ergeben sich ungefähr 3 Maschen pro Zoll. Für eine gewünschte Teilbreite von 20 Zoll (51 cm) benötigst du daher etwa 60 Maschen zuzüglich der notwendigen Anfangsluftmaschen. Die exakte Anzahl sollte immer durch eine neue Maschenprobe bestätigt werden.

Bei 10 Reihen auf 4 Zoll (10 cm) ergeben sich ungefähr 2,5 Reihen pro Zoll. Für einen Körper von 40 Zoll (102 cm) benötigst du somit etwa 100 Reihen. Für einen kürzeren Cardigan kannst du die Reihenanzahl reduzieren. Für einen Mantel bis zum Knöchel kannst du zusätzliche Reihen ergänzen, solltest aber den erhöhten Garnverbrauch und das Gewicht bedenken.

Profi-Tipp: Ändere bei einem langen Kleidungsstück möglichst nur eine Dimension auf einmal. Prüfe nach einigen Reihen die Breite und nach mehreren Zentimetern die Länge. So kannst du früh erkennen, ob die Passform stimmt, statt ein ganzes Teil neu häkeln zu müssen.

Ärmelweite und Armausschnitt anpassen

Für weitere Ärmel erhöhst du die Anzahl der Anfangsluftmaschen. Für schmalere Ärmel reduzierst du sie. Miss den Oberarmumfang und ergänze eine angenehme Bewegungszugabe. Prüfe vor dem Zusammennähen, ob die obere Ärmelkante zur Länge des Armausschnitts passt.

Wenn du die Körperbreite veränderst, müssen auch die Schulterverbindungen und die Armausschnitte überprüft werden. Ein breiterer Körper benötigt nicht automatisch längere Ärmel. Richte dich nach den eigenen Maßen und nicht nur nach einer Größenbezeichnung.

Häufige Häkelprobleme und ihre Lösungen

Die Körperteile werden schmaler oder breiter

Dieser Fehler entsteht häufig, wenn die erste oder letzte Masche einer Reihe ausgelassen oder doppelt gehäkelt wird. Zähle deshalb regelmäßig die Maschen. Beim Rückenteil sollten es 71 hdc sein, bei jedem Vorderteil 35 hdc und bei jedem Ärmel 53 hdc. Die Wendeluftmaschen zählen nicht zur Maschenzahl.

Der Stoff fühlt sich zu steif an

Ein steifer Stoff kann auf eine zu kleine Häkelnadel oder ein ungeeignetes Garn zurückzuführen sein. Probiere eine größere Nadel und fertige erneut ein Probestück an. Das Material sollte ausreichend Stand besitzen, aber noch weich genug fallen, damit der lange Mantel angenehm getragen werden kann.

Die Vorderkanten wellen sich

Wenn die Randmaschen zu dicht gesetzt werden, zieht sich die Kante zusammen. Sind zu viele Maschen vorhanden, entstehen Wellen. Verteile die festen Maschen gleichmäßig und prüfe die Kante nach jeder Reihe. Bei einem langen Cardigan ist ein sauberer Rand besonders wichtig, weil er die gesamte Vorderseite optisch rahmt.

Die Ärmel sitzen nicht richtig

Prüfe vor dem Annähen die Länge der oberen Ärmelkante und die Länge des Armausschnitts. Verteile kleine Unterschiede gleichmäßig. Bei großen Abweichungen ist es besser, die Ärmelbreite oder die Höhe des Armausschnitts anzupassen, statt den Stoff stark zu ziehen.

Pflege, Fertigstellung und Styling des Häkelmantels

Die Pflege richtet sich nach der gewählten Garnfaser. Beachte die Angaben auf der Garnbanderole und teste bei Unsicherheit zuerst an einem kleinen Probestück. Ein langer Cardigan sollte nicht unnötig stark geschleudert oder im nassen Zustand an den Schultern aufgehängt werden. Lege ihn zum Trocknen flach hin und bringe ihn vorsichtig in Form.

Für einen harmonischen Look lässt sich der graue Häkelmantel mit einer schwarzen Jeans, einem schlichten Shirt und Stiefeletten kombinieren. Ein cremefarbener Schal setzt einen weichen Kontrast. Mit einem Gürtel kann die Silhouette stärker betont werden, sofern der gehäkelte Stoff dadurch nicht gedehnt wird.

Du kannst den Mantel außerdem mit einer anderen Garnfarbe personalisieren. Ein meliertes Grau wirkt lässig, während Anthrazit einen klaren, urbanen Charakter vermittelt. Creme, Beige und warme Naturtöne passen gut zu einer sanften Herbstgarderobe. Wer mehr Struktur wünscht, kann die Taschen und die Vorderkanten in einer leicht dunkleren Nuance häkeln.

Auf einen Blick: Das Wichtigste zur Häkelanleitung

  • Garn: Weiches Worsted-Weight-Garn der Kategorie 4, das genügend Fall und Stabilität bietet.
  • Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene Anfänger mit Kenntnissen in festen Maschen und halben Stäbchen.
  • Zentrale Technik: Rechteckige Teile in Reihen häkeln, anschließend Schultern, Seiten und Ärmel zusammennähen.
  • Größe: Die Basismaße lassen sich über Anschlagbreite, Reihenanzahl und Ärmelweite anpassen.
  • Fertigstellung: Taschen annähen, Vorderkanten und Saum umhäkeln, Fäden vernähen und den Mantel materialgerecht in Form bringen.

Dein eigener langer Häkelmantel für Herbst und Winter

Ein langer Häkelmantel ist ein schönes Projekt für alle, die ein praktisches Kleidungsstück mit einer markanten Maschenstruktur gestalten möchten. Die geraden Teile machen den Aufbau übersichtlich, während die Taschen und die breiten Vorderkanten dem Cardigan einen fertigen, alltagstauglichen Look verleihen.

Wähle ein Garn, das sich angenehm anfühlt und nicht zu schwer wird. Lies die Anleitung vollständig durch, prüfe die Maschenprobe und vergleiche die Maße mit deinem Lieblingscardigan. So kannst du die Länge, die Weite und die Ärmel gezielt anpassen. Mit einer individuellen Farbe oder einer leicht veränderten Taschenposition entsteht ein handgemachter Häkelmantel, der zu deinem persönlichen Stil passt.

Ob als gemütliche Ergänzung deiner Herbstgarderobe oder als selbst gemachte Geschenkidee für einen häkelbegeisterten Menschen: Dieser strukturierte Cardigan bietet viele Möglichkeiten, ein zeitloses Kleidungsstück selbst zu gestalten. Beginne mit dem Probestück, arbeite die Teile in deinem Tempo und nimm dir für die Nähte und Abschlüsse ausreichend Zeit. Gerade diese letzten Schritte sorgen dafür, dass dein Häkelmantel sauber sitzt und lange Freude bereitet.

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